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  • Hans Olde d. Ä., Landschaft mit Kühen (Kühe unter Pappeln), 1916, Öl auf Leinwand
  • Hans Olde d. Ä., Selbstbildnis, 1882, Öl auf Leinwand
  • Hans Olde d. Ä., Hünengrab bei Bülk (Herbststurm am Meer), 1894, Öl auf Leinwand

Impressionist des Nordens

Hans Olde d. Ä.

25.04. - 20.10.2019

Licht, Luft und lockere Malerei – wenn es um den deutschen Impressionismus geht, fällt meist der Name Max Liebermann. Bis heute immer noch eher unbekannt hingegen ist ein Künstler aus Schleswig-Holstein, der diese Stilrichtung in Frankreich kennen gelernt und mit in die Heimat gebracht hat. Hans Olde der Ältere, 1855 als einziger Sohn eines Gutsbesitzers geboren, gilt als der herausragende Vertreter des neuen Stils in Schleswig-Holstein. Doch seine Bedeutung geht weit über Norddeutschland hinaus – zusammen mit Kollegen ist er eine treibende Kraft für die deutsche Sezessionsbewegung und die künstlerische Modernität während der Kaiserzeit. In einer großen Ausstellung auf Schloss Gottorf erfährt der Impressionist des Nordens nun erstmals eine umfassende Würdigung.

Von einem holsteinischen Gut stammend, emanzipiert sich Hans Olde gegen erheblichen familiären Widerstand als Künstler. Er studiert am anderen Ende Deutschlands: an der Münchener Kunstakademie. Hier befreundet er sich mit dem Maler Lovis Corinth und wird Gründungsmitglied der Münchner Secession. Olde nimmt in weiteren außerkünstlerischen Funktionen und administrativ Einfluss auf die Kunstwelt. Der Maler wird 1902 zum Direktor der Weimarer Kunstschule berufen, wo er zusammen mit Adolf Brütt (Bildhauerschule) und Henry van de Velde (Kunstgewerbeschule) wichtige Modernisierungen vorantreibt – beispielsweise erwirkt er die Zulassung von Frauen zum Studium. 1911 wird Olde Direktor der Königlichen Kunstakademie in Kassel und modernisiert auch diesen Betrieb bis zu seinem Tod 1917. Neben seinem Engagement für die Münchner Secession ist Olde auch Gründungsmitglied der Schleswig-Holsteinischen Kunstgenossenschaft und Vorstand im Deutschen Künstlerbund.

Auch wenn Olde sich hauptsächlich außerhalb seiner Heimat aufhält und arbeitet, bleibt der Norden wichtiger Bezug. Gut Seekamp wird zum Treffpunkt für Kollegen und Künstler. Auf das Gut kommen der Bildhauer Adolf Brütt zu längeren Besuchen genauso wie Lovis Corinth, der Intellektuelle und erste Direktor der Hamburger Kunsthalle Alfred Lichtwark, die Dichter Klaus Groth und Detlev von Liliencron. Zahleiche malerische Experimente entstehen hier, wo Olde seine glücklichsten und schöpferischsten Jahre verbringt.

Die Ausstellung würdigt das gesamte Schaffen von Hans Olde. Olde malt neben Landschaften und Hafenbildern viele Dichterporträts. Noch heute findet man in Zeitschriften und Büchern immer wieder seine bedeutenden Darstellungen von Klaus Groth, Detlev von Liliencron und vor allem jenes Porträt von Friedrich Nietzsche, das bis heute das Bild des Philosophen bestimmt.

Sein malerisches und zeichnerisches Werk spiegelt in idealer Weise den Umgang der aufgeschlossenen deutschen Künstler gegenüber der französischen Kunst. Für Olde wie für viele seiner Generationsgenossen wird der Impressionismus in Frankreich mit all seinen Folgen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts prägend. Formale Experimente zur Visualisierung des Lichts sind auch für Olde leitend.

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