Meister des deutschen Expressionismus kehren 2026 auf Museumsinsel zurück
Zwei Jahre lang ist die Sammlung Horn auf internationaler Ausstellungstournee gewesen. Ihre auf der Schleswiger Museumsinsel gelegenen Ausstellungsräume werden umfassend modernisiert. Gleichzeitig erarbeitet das Kuratorenteam, Dr. Uta Kuhl und Dr. Ingo Borges, ein neues Ausstellungskonzept. Im Sommer 2026 ist es dann soweit, die Meister des deutschen Expressionismus kehren auf die Museumsinsel zurück und eine neu gestaltete Galerie der Moderne öffnet ihre Tore für das Publikum. Die Besuchenden erwartet inmitten von leuchtenden Farben und modernster Lichttechnik eine komplett veränderte Hängung der Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts mit 350 Werken auf 2.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche.
Im Mittelpunkt der neuen Galerie der Moderne stehen weiterhin die Bilder der Sammlung Rolf und Bettina Horn. Neben den Künstlern der „Brücke“ zählen dazu die Schleswig-Holsteiner Emil Nolde, Ernst Barlach und Christian Rohlfs. Künftig treten diese Werke aber in einen belebenden Dialog mit der bemerkenswerten Museumssammlung, denn die neue Präsentation folgt künftig einer durchgehenden Chronologie.
Den fulminanten Auftakt geben frühe Gemälde von Alexej von Jawlensky – in ihnen manifestiert sich ein neues Menschenbild. Ebenso aufregend: das Frühwerk von Emil Nolde. Er verbrachte die Winter in Berlin, wo er Varietés, Kabaretts, Theater besuchte und das turbulente Leben der Metropole malte. Seine Bilder der Großstadt stehen im Gegensatz zu seinen Landschaften – und ebenso zu den frühen Werken der „Brücke“-Künstler Ernst Ludwig Kirchner oder Erich Heckel, die in Schleswig-Holstein Orte des Rückzugs fanden. So erlebte Kirchner in den Sommermonaten von 1912 bis 1914 auf Fehmarn geradezu einen Schaffensrausch.
Immer wieder verweist die Kunst des 20. Jahrhunderts mit ihren Brüchen und Kontinuitäten auf die deutsche Geschichte. Der Erste Weltkrieg prägte das Schaffen von Ernst Barlach sowie Käthe Kollwitz und ihr pazifistisches Engagement. Die NS-Diktatur und der Zweite Weltkrieg bedrohte zahlreiche Künstler und trieb sie ins Exil. Farbig und hoffnungsfroh präsentiert sich dagegen die Kunst der 1950er-Jahre bis in die Gegenwart, ob abstrakt oder gegenständlich, von der Gruppe ZEBRA bis zu Klaus Fußmann oder Rainer Fetting.