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Unter Göttern und Dämonen

11.12.2026 - 04.04.2027

Victor von Plessen und Friedrich Dalsheim

Das Museum für Kunst und Kulturgeschichte Schloss Gottorf präsentiert erstmals in einer umfassenden Sonderausstellung das Werk Victor von Plessens (1900-1980) – Maler, Forschungsreisender, Filmemacher und Ornithologe – und Friedrich Dalsheims (1895-1936) – Pionier des ethnographischen Films. Zusammen bereisten sie in den 1930er Jahren Indonesien, damals holländische Kolonie, und drehten zwei Meilensteine des ethnographischen Films: „Die Insel der Dämonen“ (Friedrich Dalsheim, DE 1933) und „Die Kopfjäger von Borneo (Friedrich Dalsheim, DE/NL 1936). Die Filme entstanden in Zusammenarbeit mit der balinesischen Dorfgemeinschaft von Bedulu und Walter Spies bzw. mit den indigenen Dayak und Punan auf Borneo. 2021 und 2024 wurden sie von der Deutschen Kinemathek dank des Förderprogramms Filmerbe aufwendig restauriert.

Die Ausstellung zeigt eine große Auswahl an Ölgemälden von Victor von Plessen, Walter Spies und Wilhelm Blanke, zahlreiche spektakuläre Textilgemälde und Zeichnungen balinesischer Künstler der 1920er und 30er Jahre aus der Sammlung Plessens (u.a. Anak Agung Gde Soberat, Ida Bagus Anom, Ida Bagus Togog, Ida Bagus Made Djatasura, Ida Bagus Made Kembeng), rund 50 ethnographische Objekte aus Bali und Borneo analog zu „Die Insel der Dämonen“ und „Die Kopfjäger von Borneo, Vogelbälger aus dem Museum für Naturkunde Berlin, Filmausschnitte, diverse Fotografien, Archiv- und Expeditionsmaterialien. Einige Werke werden zum ersten Mal überhaupt öffentlich ausgestellt. Erstmals werden für die Ausstellung auch Briefe, Fotografien, Tagebücher und Notizen der Künstler ausgewertet.

Darüber hinaus präsentiert die Ausstellung literarische Interventionen der renommierten zeitgenössischen Autorinnen Laksmi Pamuntjak und Ni Made Purnama Sari.

Ziel ist es, das künstlerische Werk von Plessen und Dalsheim erstmals im Zusammenspiel zugänglich zu machen und vor dem Hintergrund aktueller Diskurse der Dekolonialisierung und Restitution neu zu bewerten. Am Beispiel Friedrich Dalsheim soll zudem das Schicksal eines jüdischen Künstlers im Nationalsozialismus sichtbar gemacht werden, der vergessen und marginalisiert wurde.

Zur Ausstellung erscheint ein umfangreicher bilingualer (deutsch- und englischsprachiger) Katalog.

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