Springe zum Hauptbereich
Alle Landesmuseen in Schleswig-HolsteinAlle Landesmuseen in SH

Renaissance und Barock

Ab 1530 wurde der Westflügel des Schlosses errichtet, seinerzeit einer der bedeutendsten Renaissancebauten Nordeuropas. Im Erdgeschoß sind hier Gemälde, Wandteppiche, Mobiliar und kostbares Tischgerät ausgestellt, die einen Eindruck von der Lebenswelt der Renaissance vermitteln.

Einen Schwerpunkt bilden Gemälde von Lucas Cranach d.Ä. und seiner Werkstatt. Sie bieten einen ebenbürtigen Ersatz für die ehemalige Gottorfer Cranach-Sammlung, die im 18. Jahrhundert zusammen mit der gesamten Ausstattung des Schlosses nach Kopenhagen gebracht wurde. 

Neben Cranachs bekannten Porträts von Luther und Melanchthon finden sich berühmte Bilder wie "Christus segnet die Kinder", in denen neue Bildideen der Reformation zu erkennen sind. Die in der Renaissance erwachende Begeisterung für Szenen aus Geschichten und Mythen der Antike zeigt die delikate Darstellung vom Selbstmord der Lucretia, die Cranach der Jüngere für einen adeligen Auftraggeber schuf.
 
Eine besondere Kostbarkeit ist eine Gutenberg-Bibel von 1452/54, die in der sogenannten Geistlichen Schatzkammer ausgestellt ist. Das Buch wurde in Mainz in der Werkstatt von Johannes Gutenberg (um 1400 – 1468) gedruckt. Die Gutenberg-Bibel gilt als das erste Buch weltweit, das mit beweglichen, aus Blei gegossenen Typen, sog. Lettern, gedruckt wurde. Damit wurde der Buchdruck revolutioniert. Nur wenige Jahrzehnte später wurde diese neue Technik zur Herstellung des „Schleswiger Missale“ (1486) genutzt, das damit das erste in den Herzogtümern Schleswig und Holstein und das zweite auf dänischem Boden gedruckte Buch war. 

Beide Inkunabeln sind, trotz ihrer für damalige Verhältnisse hohen Auflagen von rund 300 Stück, nur noch in wenigen Exemplaren nachweisbar. Dass diese beiden überaus seltenen Frühdrucke die Sammlung des Museums bereichern, ist der Nordkirche und der Ev.-Luth. Kirchengemeinde Toestrup zu verdanken, die sie auf Dauer als Leihgaben zur Verfügung stellen.

17. Jahrhundert: Gottorf wird zum kulturellen Zentrum europäischen Ranges

Unter Herzog Friedrich III. entwickelte sich Gottorf im 17. Jahrhundert zu einem kulturellen Zentrum europäischen Ranges. Zeugnisse der ehemaligen prachtvollen Ausstattung des Schlosses sind die aufwendigen Stuckdecken, die die barocke Raumfolge im Obergeschoss des Nordflügels prägen.
 
Hier werden heute Gemälde, Skulpturen, Tapisserien und kostbare Möbel gezeigt. Einen Schwerpunkt bilden Gemälde niederländischer und norddeutscher Künstler, wie sie damals am herzoglichen Hof gesammelt wurden.
 
Jürgen Ovens (1623-1678), dem Hofmaler Friedrichs III. ist ein ganzer Saal gewidmet. Ovens, der aus Tönning auf Eiderstedt stammte, erhielt seine Ausbildung in den Niederlanden im Umkreis Rembrandts.  

Landesmuseen Schleswig-Holstein
schliessen
Nach oben scrollen