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„Sammlung qualitativ hochwertiger Kunst“

Der Vorsitzende des Kulturrings der Studien- und Fördergesellschaft der Schleswig-Holsteinischen Wirtschaft, Martin Kayenburg, spricht im Interview über die Gründungsidee und das Engagement des Vereins.

Was war die Idee, 1970 den Kulturring der Studien- und Fördergesellschaft der Schleswig-Holsteinischen Wirtschaft zu gründen?

Der Studien- und Fördergesellschaft gehören rund 300 Unternehmen aller Größenordnungen, Branchen und Regionen des Landes an. Das vielfältige Angebot bietet Unternehmen – über das eigentliche unternehmerische Umfeld hinaus – Netzwerke in unterschiedlichen Interessenbereichen zu nutzen. Der Bogen reicht von politischen Veranstaltungen unterschiedlicher Art über die Bildungsarbeit in Tannenfelde bis hin zur Kultur - letzteres fokussiert auf das Museum für Kunst und Kulturgeschichte Schloss Gottorf.

Schon drei Jahre nach Gründung der Gesellschaft fanden sich 1970 kunstinteressierte Mitglieder zusammen mit der Absicht, auch auf Verbandsebene kulturell aktiv zu werden – und das in Ergänzung zum so wichtigen, mäzenatischen Engagement einzelner Unternehmen. Anliegen war es, Mittel aus freiwilligen Beiträgen so zu bündeln, dass nachhaltige Wirkung sowohl bei Künstlern als auch in der Sammlung erzielt wird.

Nach welchen Kriterien wählen Sie die Arbeiten aus, die der Kulturring erwirbt?

Die Satzung ist da – zum Glück – relativ unpräzise. Sie sieht als Zweck des Vereins die „Sammlung qualitativ hochwertiger Kunst“ vor und ergänzt, dass insbesondere das „kulturelle Schaffen darstellender schleswig-holsteinischer Künstler“ durch Erwerbungen gefördert werden soll.

Konkret läuft das etwa wie folgt ab: Aus dem Kreis der gut zehn Mitglieder des Kulturrings werden Anregungen für Ankäufe vorgelegt. Gleiches wird von der Museumsleitung gemacht. Dann werden diese Vorschläge gemeinschaftlich diskutiert, es wird geprüft, ob diese in die Sammlung passen und ob der Erwerb finanzierbar ist – und dann wird entschieden.

Ganz wichtig: Die Arbeit muss gefallen, muss in ihrer Qualität überzeugen! 

Können Sie ein paar Zahlen nennen, um die Leistung zu verdeutlichen?

Die Leistung besteht vor allem darin, dass die Studien- und Fördergesellschaft über 50 Jahre kontinuierlich und ohne größere Schwankungen Kunstwerke erworben und diese Schloss Gottorf und damit der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt hat. Die enge Zusammenarbeit mit dem Museum liegt dem Kulturring besonders am Herzen.

In Zahlen ausgedrückt: Seit 1970 wurden fast 500 Bilder, Grafiken und Skulpturen
erworben, deren Verkehrswert deutlich über zwei Millionen Euro liegt. Besonders
bemerkenswert ist, dass sich die Studien- und Fördergesellschaft ausschließlich durch die freiwilligen Beiträge ihrer Mitglieder finanziert.

Seit 1996 verleiht die Dr. Dietrich Schulz-Kunststiftung alle zwei Jahre den Kunstpreis der Schleswig-Holsteinischen Wirtschaft. Gibt es Preisträger oder Begegnungen, auf die Sie persönlich besonders gern zurückblicken?

Die nach unserem früheren Vorsitzenden Dr. Dietrich Schulz benannte Stiftung ist von diesem zu Lebzeiten großzügig mit Stiftungskapital ausgestattet worden. Dafür sind wir ihm und der Familie heute noch dankbar.

Bei der Auswahl der Preisträger verfahren wir wie bei den Erwerbungen - wir sammeln Anregungen, diskutieren diese, besuchen einzelne Künstler in ihren Ateliers und entscheiden. Auch hier wird die Abstimmung mit der Museumsleitung gesucht. Sie ist gewünscht, hilfreich und notwendig.

Die Begegnungen mit den Künstlerinnen und Künstlern sind immer intensiv und nachhaltig. Und auf alle diese Besuche blicke ich gerne zurück, denn 17 namhafte, mit Schleswig-Holstein verbundene Künstler, Künstlerinnen und Künstlergruppen stehen bisher auf der Liste der Preisträger. Bei allen sahen wir Qualität, sahen wir ein deutlich erkennbares eigenständiges Profil. 

Schleswig-Holstein hat nicht nur eine atemberaubend schöne Landschaft und eine erfolgreiche, mittelständisch strukturierte Wirtschaft – im Land zwischen den Meeren lebten und leben auch Kunstschaffende, die jeden kulturellen Wettstreit bestehen können. Auch darauf sollten wir stolz sein.

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