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Fielmann AG beschenkt Gottorfer Skulpturensammlung

Eine Schenkung der Fielmann Group AG an das Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Schloss Gottorf frischt die Erinnerung an den gebürtigen Kieler Künstler Walter (Eduard Ferdinand) Rössler auf. Dieser gehört bis heute zu den prägenden Bildhauern des Landes. Rösslers Nachlass befindet sich zum Teil in der Schleswig-Holsteinischen Landesbibliothek, eine kleine Auswahl seiner Werke gehören auch zum Sammlungsbestand des Museums auf der Schleswiger Schlossinsel.

Am 17. April nahm Dr. Uta Kuhl, auf Schloss Gottorf u. a. Kuratorin für die Skulpturensammlung, zwei frühe Kleinplastiken von Rössler in Empfang. „Stehender Knabe“ und „Lesende“, beide aus dem Jahr 1932, seien für diese Zeit vergleichsweise moderne Arbeiten, die nach einer Paris-Reise Walter Rösslers entstanden, vermutlich bereits unter dem Einfluss von dessen Lehrer Gerhard Marcks, sagte Expertin Dr. Uta Kuhl im Rahmen der Übergabe der Werke durch zwei Vertreter der Fielmann Group AG. 

Für den Bereich der Museumsförderung war Dr. Constanze Köster aus Hamburg gekommen. In der Funktion des Paten dieser Schenkung begleitete Jonas Gropp, Fielmann-Niederlassungsleiter in Schleswig, Constanze Köster bei ihrem Gottorf-Besuch. Die Fielmann Group AG erwarb die genannten und weitere Arbeiten Walter Rösslers direkt aus dem Nachlass des 1996 in Klausdorf bei Kiel verstorbenen Bildhauers. 

Der Bereich der Museumsförderung geht zurück auf die Initiative des Firmengründers Günther Fielmann. Seit 1998 werden in der Regel Museen mit geringem bis keinem Anschaffungsetat gefördert. Die Museumsförderung des Konzerns kauft Museumsgut aller Art an, unterstützt aber auch bei der Restaurierung von Kunstwerken aus den Sammlungen und fördert Projekte zur Museumsdidaktik.

Der Bildhauer Walter Rössler wurde am 9. Juli 1904 in Kiel geboren. Im elterlichen Betrieb wurde er zunächst zum Steinmetz ausgebildet und besuchte bis 1926 die Handwerker- und Kunstgewerbeschule Kiel. Von 1926 bis 1930 studierte er an der Kölner Werkschule unter Richard Riemerschmid. Von 1932 bis 1933 war er Schüler von Gerhard Marcks auf der Burg Giebichenstein in Halle, 1933 bis 1939 Schüler der Akademie der Bildenden Künste in Dresden und Meisterschüler von Karl Albiker. Von 1939 bis 1940 war er an der Deutschen Akademie Rom Villa Massimo und verblieb in Italien. 1942 erhielt er den Villa-Romana-Preis mit einem Aufenthalt in Florenz, bis er 1943 nach Schleswig zog. Ab 1944 leistete er seinen Kriegsdienst ab, erst 1949 kehrte er aus sowjetischer Gefangenschaft nach Schleswig zurück.

Ein letztes Mal zog Walter Rössler 1956 um, diesmal nach Klausdorf bei Kiel (heute Schwentinental), wo er bis zu seinem Tod 1996 künstlerisch aktiv war.

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