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Ein „Tony Cragg“ für den Gottorfer Barockgarten

Prominenter Zuwachs für den Gottorfer Barockgarten: eine Skulptur des britischen Star-Künstlers Tony Cragg. Dieser Neuzugang - ermöglicht durch die so genannte Gottorfer Runde und den Freundeskreis Schloss Gottorf - kommt einer kleinen Sensation gleich. Der 1949 geborene Cragg gilt derzeit als einer der besten Bildhauer der Welt. Im Interview gibt er uns einen Einblick in sein künstlerisches Schaffen - und warum er nie versuchen wird, ein Pferd aus CocaCola-Dosen abzubilden.

Herr Cragg, sicher bekommen Sie immer wieder zu hören, was andere in Ihren Skulpturen sehen. Uns interessiert aber viel mehr, was Sie darin sehen – konkret in der Skulptur 3-D-Inicident, die jetzt im Gottorfer Barockgarten steht.

Es ist sehr schwierig, das genau zu sagen. Ich werde oft gefragt, was ist Ihre Inspiration. Im Grunde genommen ist eine Arbeit eine Reaktion auf Werke, die ich davor gemacht habe. Die ganzen Gedanken und Eindrücke, die ich während des Prozesses gewonnen habe, trage ich weiter. 3-D-Incident ist eine Skulptur, die aus drei Porträts besteht. Unterschiedliche Silhouetten aus drei Perspektiven. Und ich kann nicht verschweigen: ich mag diese Arbeit wirklich sehr!

Wie wichtig ist Ihnen die Umgebung für Ihre Werke?

Ich kann nicht sagen, dass mir das sehr wichtig ist. Aber das sollte jetzt nicht missverstanden werden, damit möchte ich nicht den Ort abwerten. Es ist wunderbar für mich, wenn ich hierherkomme und sehe, das ist ein würdiger Ort für meine Arbeit. Mir ist es wichtig zu sagen, dass ich mit meiner Arbeit keine Kompromisse eingehe. Wenn sie gut genug ist, dann wird sie ein gutes Zuhause finden.

Ihre Skulpturen erzielen auf dem Kunstmarkt hohe Preise. Ist das ein Kriterium, das Sie noch interessiert? Oder geht es eher um Präsenz im öffentlichen Raum?

Für mich ist wichtig, was in meinem Atelier passiert. Das Geld ist ein Mittel, um weiterzumachen. Die Gelder, die ich bis jetzt durch meine Arbeiten bekommen habe, habe ich wieder in meine Kunst investiert oder in den Skulpturenpark in Wuppertal. 

Sie haben mal gesagt, Kunst oder Bildhauerei sei eine radikale politische Haltung...

Ja stimmt. Was Menschen mit Materialien machen, ist eine Verschlichtung und eine Verarmung der Formen auf diesem Planeten. Ich dagegen bin ein Bildhauer, der nicht versucht, etwas abzubilden, das schon da ist. Einen Menschen aus Marmor oder ein Pferd aus CocaCola-Dosen – so etwas interessiert mich überhaupt nicht. Was mich interessiert ist, was man tatsächlich mit Material machen kann. Die Bildhauerei stellt wieder einen Formenreichtum her, der neue Emotionen und Ideen eröffnet. Das ist eine wahnsinnig wichtige Sache. Was man von Materialien lernen kann, das ist etwas Essentielles in unserem Leben. Deswegen sehe ich in der Malerei und auch in der Bildhauerei etwas ganz Radikales und Ungewöhnliches.

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