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Der Weg eines Gemäldes

Das Gemälde „Mädchen mit Geranie“ von Karl Hofer befindet sich seit Beginn des Jahres 1949 im Besitz des Schleswig-Holsteinischen Landesmuseums. Der zu dem Zeitpunkt gerade neu eingesetzte Direktor des Landesmuseums, Dr. Ernst Schlee, fand es in einem Möbellager der britischen Besatzungsmacht in Kiel-Schulensee. Er erkannte den Wert des Bildes und nahm das „herrenlose Kunstgut“ an sich, um es zunächst als Treuhänder zu verwalten. Nach eigenen Angaben versuchte Schlee in der nachfolgenden Zeit den Eigentümer zu ermitteln, allerdings ohne Erfolg. Von 1965 bis 2000 befand sich das Gemälde als Dauerleihgabe in der Kunsthalle zu Kiel. Seit dem 3. Februar 2000 ist es wieder Teil der Dauerausstellung auf Schloss Gottorf.  

Dank intensiver Recherchen zur Provenienz des Gemäldes konnte bisher herausgefunden werden, dass es im Rahmen einer Ausstellung im Juni 1929 in der Galerie Flechtheim in Düsseldorf gezeigt wurde. Der Besitzer zu diesem Zeitpunkt: Max Selig.

Max Selig (1885-1958) war ein jüdischer Kaufmann und Privatsammler aus Düsseldorf. In der Reichspogromnacht wurde der gesamte private Besitz von Selig zerstört und geplündert. Dies betraf auch seine private Gemäldesammlung. Ob sich unter den Verlusten auch das Gemälde „Mädchen mit Geranie“ befunden hat, kann aufgrund fehlender Quellen bisher nicht eindeutig geklärt werden.

Trotz erheblicher Bemühungen bleibt es unklar, was genau mit dem Gemälde zwischen 1929 und 1949 geschehen ist. Der Verdacht auf einen NS-verfolgungsbedingten Entzug lässt sich weder erhärten, noch entkräften. 

Das MKK steht mit den Familienangehörigen von Max Selig in Kontakt. Da nach aktuellem Stand (07.11.2018) von Seiten der Familie keine Ansprüche auf das Gemälde erhoben werden, bleibt es bis auf weiteres auf Schloss Gottorf.

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