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Berlin-Aquarelle von Emil Nolde als Leihgabe in der Stiftung Horn

Zehn Aquarelle der Nolde Stiftung Seebüll sind bis 22. August in der Stiftung Horn als Leihgabe zu sehen. Diese „Farben der Großstadt“ sind der Ersatz für die Südsee-Bilder Noldes, die in der Ausstellung „Nolde und Kirchner“ in Kopenhagen und ab Herbst in Amsterdam zu sehen sind.

„Die Leihgaben sind eine sehr schöne Bereicherung“, sagt Kuratorin Dr. Uta Kuhl. „Denn Werke aus der frühen Berliner Zeit sind in der Stiftung Horn bislang eher selten, und diese Arbeiten aus den Berliner Theatern und Kabaretts fangen eine tolle Stimmung der pulsierenden Großstadt zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein.“

Galerie

Emil Nolde kam 1889 das erste Mal nach Berlin und lebte dort für fast zwei Jahre. Ab 1905 verbrachte er regelmäßig die Wintermonate dort und tauchte künstlerisch ganz in das Großstadt-Leben ein. Hier entstanden Bilder des Berliner Nachtlebens, Szenen aus den Bars und Cafés, von Cabaret, Tanz und Theater, die im reizvollen Kontrast zu seinen Landschaften stehen. Selbst wenn Nolde in seinen Schriften oft eine kritische Distanz zum Großstadtleben spüren lässt, faszinierte ihn doch das pulsierende Leben mit seinem kulturellen Reichtum.

Ab 1910 mietete Nolde ein Atelier in der Tauentzienstraße, das er 19 Jahre behalten sollte. Im Winter 1910/11 gerät er in einen regelrechten Schaffensrausch: in wenigen Monaten entstehen 17 Gemälde und weit über 300 Aquarelle und Tuschpinselzeichnungen der nächtlichen Großstadt. In glühenden Farben und großer Ausdruckskraft malt Nolde das schillernde Leben des Theaters und der Maskenbälle, von Varieté und Tanzsaal.

Aus dieser Zeit sind auch die zehn Aquarelle und Tuschzeichnungen, die als Leihgabe der Nolde Stiftung Seebüll in der Stiftung Horn gezeigt werden. Sie bilden eine passende Fortsetzung und schöne Ergänzung der Ausstellung zum deutschen Impressionismus im Kreuzstall.

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